THE WHOLE VOICE

Was ist THE WHOLE VOICE?
Der Weg der GANZEN STIMME ermöglicht es, das eigene Stimmpotenzial auf spielerische Weise zu entdecken und zu erweitern. Er ist sowohl für Anfänger/innen als auch für Frauen und Männer geeignet, welche bereits Erfahrungen im Singen und Sprechen mitbringen. Für all diejenigen, welche ihre Stimme beruflich intensiv einsetzen, ist diese Atem-, Stimm- und Körperarbeit eine Bereicherung und ein Ausgleich zum Alltag. Die Stimme wird durch das Training facettenreich, kräftig und ausdauernd. Die persönliche Präsenz und der authentische Ausdruck werden intensiviert. Das Vertrauen in sich und die eigene Stimme wächst. Auch als Ergänzung zu klassischem und Jazz-Gesang hat sich diese Art, mit Stimme und Ausdruck umzugehen, bewährt. Die Ganze Stimme ist eine Inspirationsquelle fürTheater- und Tanzschaffende, Pädagog/innen, Ausbildner/innen, Therapeut/innen, Musiker/innen, Sänger/innen, Künstler/innen, Eltern, Jugendliche und Kinder.
Die Stimmarbeit wirkt befreiend und reinigend. Die eigene Kreativität und die Spielfreude werden geweckt. Dadurch werden wichtige persöhnliche Ressourcen freigelegt. Als Ur–Instrument tangiert die Stimme individuelle wie kollektive Bereiche.
Diese Art von Stimmarbeit basiert auf der Vorstellung, dass die Stimme eng mit der Persönlichkeit verknüpft und letztlich ihr Ausdruck ist:Die Stimme als Muskel der Seele.
Die Ganze Stimme heisst auch, mit verschiedenen Archetypen, sowie den femininen und maskulinen Anteilen in uns in Kontakt zu treten und ihren authentischen Ausdruck in Stimme und Körper zu finden.
Grundelemente und Ziele
• Stimm-, Atem- und Körperbewusstsein intensivieren
• Die eigenen Resourcen wecken
• Kraft, Ausdauer und Vielfältigkeit der Stimme fördern
• Sicheres Auftreten, freies Singen und Sprechen
• Ökonomische Atemtechnik
• Kommunizieren: Die Wahrnehmung schärfen für die eigene Stimme und die der andern
• Den Umfang der eigenen Stimme erweitern
• Erforschen der Körper-Resonanzräume
• Stimm- und Sprechimprovisationen
• Singen einfacher Lieder und Chants
• Experimentelles Arbeiten
• Freies und überraschendes Interpretieren von Liedern und Texten
• Kontakt zum Publikum
Wurzeln
Die Methode The Whole Voice wurde von Noah Pikes entwickelt.Sie geht auf die Pionierarbeit von Alfred Wolfsohn (1896 -1962) zurück. Durch starke persönliche Erlebnisse während des ersten Weltkrieges geprägt,war dieser vom Zusammenhang von Psyche und Stimme überzeugt. Davon ausgehend begann er mit Sängern und Sängerinnen zu arbeiten.
Während des zweiten Weltkrieges gelang dem in Deutschland geborenen Juden Wolfsohn die Flucht nach Grossbritannien. Dort setzte er seine Forschungs- und Lehrtätigkeit fort. Mit seinen erstaunlichen Erfolgen (einige seiner Schüler/innen erreichten einen bis anhin für unmöglich gehaltenen Stimmumfang) erregte er großes Aufsehen.
Nach seinem Tod entwickelte Roy Hart (1925-1975), einer seiner Schüler, die Arbeit weiter. Als Schauspieler erweiterte er die Stimmarbeit um die theatrale Dimension und wurde international bekannt als Solist in Stücken, die bedeutende Komponisten für ihn schrieben (Stockhausen, Henze, Maxwell-Davis). 1969 gründete er das Roy Hart Theatre, eine künstlerische Arbeits- und Lebensgemeinschaft. 1974 siedelte die Gruppe nach Südfrankreich über. Durch diverse Auftritte und durch Roy Harts eigenwilligen Zugang zur Stimme errang die Gruppe internationale Bekanntheit. 1990 löste sie sich auf. Noch heute steht der Name Roy Hart Theatre für einzigartigen Stimmunterricht.
Die Geschichte von A.Wolfsohn wie auch diejenige des Roy Hart Theatre ist im Buch Dark Voices von Noah Pikes (Spring Journal Books, 2000) nachzulesen.
In jüngster Zeit wurde die Whole Voice Arbeit auch durch die Nähe zur Weltmusik befruchtet und ergänzt.